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  • Michael Hübler
  • Trainer, Berater, Coach, Experte für emotionale Kompetenzen
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20. November 2013 3 20 /11 /November /2013 22:15

Ein Gastartikel von Luisa Solms (Springest).springest-logo-signatur.gif1b-Logo-Weiterbildungstag-2012_S-178x60.jpeg

 

E-Mails checken, Fenster putzen, Einkäufe erledigen - wenn es um das Erledigen wichtiger Aufgaben geht treten Nebensächlichkeiten in den Vordergrund - und das meist ungeachtet der Tatsache, dass die To-Do-Liste von Bachelorarbeit und Klausuren angeführt wird, die Einkäufe hingegen einen der hinteren Plätze belegen. Woran aber liegt es, dass wir wichtige Aufgaben aufschieben und wie können wir der Aufschieberitis ein Ende setzen?

Faulheit oder Prokrastination?

Fast jeder hat sich schon einmal dabei ertappt, wichtige Aufgaben aufgeschoben zu haben. Ob Bachelorarbeit oder Bewerbungsschreiben aufsetzen, wer Aufgaben aufschiebt, die beruflich oder persönlich relevante Ziele betreffen, gehört zu den Prokrastinierern. Prokrastination, im Volksmund auch als Aufschieberitis bekannt, bezeichnet das Aufschieben unangenehmer Tätigkeiten. Das Aufschieben lässt sich dabei deutlich von Faulheit abgrenzen. So kann Faulheit als Ursache des Aufschiebeverhaltens ausgeschlossen werden, wenn der Betroffene einen im Allgemeinen aktiven Lebensstil führt und nur im Hinblick auf bestimmte, wichtige Aufgaben passiv ist. Wer schon seit Monaten an der Abschlussarbeit sitzt, ohne ein Wort geschrieben zu haben, jedoch in anderen Lebensbereichen ein normales Aktivitätsniveau zeigt, wird sein Aufschiebeverhalten nicht auf Faulheit zurückführen können.

 

Einfache Aufschieberitis - einfache Gegenmittel

Sofern die Aufschieberitis noch in einer leichten Art auftaucht, ist es hilfreich, große Aufgaben in kleine Bausteine zu unterteilen. Ein Beispiel: Masterarbeiten bestehen nicht nur aus der Masterarbeit ansich, sondern ebenso aus den Bausteinen ...

  • Themenfindung,

  • Absprache mit dem Betreuer,

  • Literaturrecherche,

  • Gliederung, usw. bis zu

  • Lektorat und binden lassen.

Eine Auflistung aller relevanten Bausteine einer großen Aufgabe ermöglicht zwei Dinge:

  1. ergibt sich eine bessere Übersicht und Planung aller Teilaufgaben. Viele auf den ersten Blick überfordernden Aufgaben bekommen so eine größere Klarheit und erscheinen mit einem mal bewältigbar.

  2. üben Aufgaben, die mit einer kleinen Teilaufgabe gestartet wurden einen Erfüllungs-Sog aus. Wenn ich damit begonnen habe, ein Thema zu finden und Literatur auszuleihen, fällt es anschließend um einiges leichter, auch tatsächlich mit dem Schreiben zu beginnen.

 

Persönliche und berufliche Nachteile durch Aufschieben

Nimmt das Aufschiebeverhalten allerdings solche Ausmaße an, dass persönliche Beschwerden auftreten, empfiehlt es sich, einen Prokrastinations-Experten aufzusuchen. So zum Beispiel die Prokrastinationsambulanz der Westfälischen-Wilhelms-Universität in Münster. Hier können Studierende Rat suchen, wenn das Aufschiebeverhalten pathologische Ausmaße annimmt. Laut einer Querschnittstudie der Universität Münster leiden 7 Prozent der Studierenden an der Arbeitsstörung und erreichen überdurchschnittliche Prokrastinationswerte. Gerade unter Studierenden ist die Aufschieberitis weit verbreitet. Doch nicht nur in Münster wird etwas unternommen, um dem Aufschiebeverhalten von Studenten entgegenzuwirken. Auch die Lange Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten, u.a. eine Initiative der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt/Oder und mittlerweile an kaum einer Uni nicht zu finden, hat zum Ziel, prokrastinierende Studierende zu unterstützen. Gemeinsam mit hunderten Studenten soll in einer Nacht aufgeholt werden, was in den letzten Monaten aufgeschoben wurde. Und tatsächlich fällt vielen Studenten das Lernen unter Gleichgesinnten leichter. Doch nicht jedem kann so geholfen werden. Chronischen Aufschiebern ist meist nur wenig geholfen. Um Ursachen und aufrechterhaltende Faktoren der Prokrastination zu identifizieren sowie mangelhafte Planungskompetenzen und Defizite im Zeitmanagement oder der Konzentrationsfähigkeit zu verbessern, sollten Betroffene eine Prokrastinationsbehandlung in Anspruch zu nehmen.

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Published by Michael Hübler - in Zeitmanagement
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