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  • : Betrachtungen über unseren Umgang mit Emotionen, Wissen und der Zeit. Weitere Informationen auf www.m-huebler.de www.xing.com/profile/Michael_Huebler3
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  • Michael Hübler
  • Trainer, Berater, Coach, Experte für emotionale Kompetenzen
  • Trainer, Berater, Coach, Experte für emotionale Kompetenzen
20. Juni 2013 4 20 /06 /Juni /2013 09:47

  Entscheidungen können vorbereitet werden. Dazu braucht es Ideen. Doch diese Ideen sollten auch irgendwann einmal bewertet werden. Und damit sind wir bei den Emotionen. Doch wie entstehen Emotionen? Und sind sie wirklich so unlogisch, wie wir oftmals mit unserem ach so rationalen Denken denken?

Natürlich nicht! Denn hinter unseren Emotionen stehen Bedürfnisse, Werte und Motive. Emotionen entstehen zwar weitestgehend unbewusst, d.h. wir haben keinen wirklichen bewussten Zugriff auf deren Entstehung. Durch deren Verbindung mit Bedürfnissen verfolgen sie allerdings eine klare Logik.

In diesem Emotions-Tagebuch möchte ich nach und nach anhand von Beispielen verdeutlichen, wie Emotionen funktionieren, was sie uns sagen wollen und welche Schlüsse wir folglich für unsere Entscheidungen daraus ziehen können.

Teil 1: Scham und Schuld 

In 15 Minuten kommt ein Installateur, um uns einen Wasseranschluss außerhalb unserer Wohnung zu legen, damit wir unsere Waschmaschine nach draußen in die Abstellkammer verlagern können.

Das Problem: Der Strom der Waschmaschine läuft damit auf den Gemeinschaftszähler.

Die Lösung: Es gibt für etwa 20€ einen Stromzähler, der zwischengeschaltet werden kann.

Auftritt Vermieter:"So einfach ist es leider nicht. Wenn Sie nicht die gesamte Steckdose ausbauen und den Stecker fest verankern, wird es andere im Haus geben, die vermuten, dass Sie den Stromzähler wieder entkoppeln und damit die Gemeinschaft betrügen."

Das Problem: Dies befand sich außerhalb meines Denkens. Ich hatte mich folglich wie Kain ein wenig zu weit aus dem Fenster gelehnt und empfand aufgrund dieser Aussage und meiner Blauäugigkeit Scham. Wie ich bereits in meinerm Artikel Vertrauen verdeutlichte, könnte es nun dazu kommen, diese Scham und Enttäuschung, weil sehr unangenehm, umzumünzen in Schuld und zu versuchen, die Gemeinschaft tatsächlich zu betrügen, da sie ja bereits eine so schlechte Meinung von mir hat (grundlos, wie ich betonen will).

Die Lösung: Das wäre natürlich Unsinn, könnte jedoch unbewusst meine Entscheidung (evtl. in ganz anderen Bereichen in Richtung Trotz) beeinflussen, da ich momentan eine Mischung aus Wut, Enttäuschung und Mitleid empfinde. Wut darüber, dass dies nun einige vollkommen sinnlose Folgekosten nach sich zieht. Mitleid deswegen, weil mir die Menschen leid tun, die mit einer solchen Skepsis durch die Gegend laufen.

Die Entscheidung:  Die Skepsis der Mitmenschen lässt sich kaum ändern, da sie aufgrund vielzähliger Erfahrungen entstand, v.a. in der Kindheit. Skeptische, unsichere Menschen verfügen oftmals über eine geringere Ausprägung ihres Oxytocin-Haushalts, womit sie bereits hormonell wesentlich weniger gelassen dastehen als privilegierte Sorglos-Kinder. Mit diesem Wissem im Hinterkopf fällt es leichter, den eigenen Ärger wieder ein wenig herunterzureguieren. Vermutlich kann man solchen Menschen nur mit einem enormen Sicherheits-Rundum-Sorglos-Paket begegnen. Das persönliche Minimalziel sollte allerdings lauten, die eigenen Werte zu erhalten, z.B. sich das persönliche Vertrauen in die Welt nicht erschüttern zu lassen.

 

Nachtrag: Einen Tag später wurde das soziale Vertrauen-Misstrauen-Gleichgewicht wieder ausgeglichen. Ich wollte auf dem Fürther Grafflmarkt ein Buch kaufen, hatte aber nur noch einen 50€-Schein dabei. Die Dame am Stand konnte diesen zwar nicht wechseln, gabe mir das Buch aber auf Vertrauensbasis dennoch mit. Es geschehen noch Zeichen und Wunder!

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Published by Michael Hübler - in Entscheidungsfindung
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