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  • : Betrachtungen über unseren Umgang mit Emotionen, Wissen und der Zeit. Weitere Informationen auf www.m-huebler.de www.xing.com/profile/Michael_Huebler3
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  • Michael Hübler
  • Trainer, Berater, Coach, Experte für emotionale Kompetenzen
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20. Juni 2012 3 20 /06 /Juni /2012 08:24

Die Vernunft bestimmt spätestens nach dem Eintritt in den Beruf unser Leben. Kommen dann noch Kinder hinzu, scheint es aus zu sein mit der Unvernunft. Wollen wir wirklich unseren Kindern zumuten, dabei zuzusehen, wie wir uns vor allen Leuten zum Affen machen?

 

"Mama, Papa, Kollege Meyer, das war mal wieder richtig peinlich!"

 

  Dabei geht es nicht nur darum, noch einmal (so wie früher in der Studentenzeit) nachts ins Freibad einzusteigen oder einfach mal ab nach Spanien zu trampen und sich dort einige Monate durchzuschlagen. Wohl dem der dies bereits hinter sich hat, denn die Zeiten dies zu tun, sind vielleicht (?) wirklich vorbei. Aber mal ehrlich: Von was zehren Sie und Ihr Gedächtnis mehr: Von den letzten Jahren im Büro oder von dieser einen verrückten Nacht vor 20 Jahren, auf die sie immer wieder zu sprechen kommen, wenn die Freunde von damals mit am Tisch sitzen? Und dabei geht es keinesfalls um Vergangenheitsverklärung und die Trauer über das heutige langweilige Leben. Nein! Es geht mir hier vielmehr um die Spuren, die diese Unvernünftigkeiten in unserem Gehirn hinterlassen haben. Es geht um den Stolz, "etwas gewagt zu haben".

In der Biologie gibt es dafür das Handicap-Prinzip: Jemand der etwas komplett Unvernünftiges tut und trotzdem überlebt, muss ein toller Hecht sein bzw. tolle Gene haben. So gibt es Gazellen, die im Angesicht eines Löwen noch ein Tänzchen vollführen, um diesem zu zeigen:"Brauchst es gar nicht erst versuchen!" - idR mit Erfolg. Aber auch wir Menschen tun dies. Japaner sprechen von sogenannten Strategemen, wenn ein Krieger sich ganz leger mit einer Laute auf die Turmmauern einer zu erstürmenden Burg setzt und ein Liedchen schmettert. Die Nachricht an die anstürmende Armee ist dieselbe:"Ihr braucht es gar nicht erst zu versuchen!"

Doch es geht natürlich um viel mehr als um diese Verrücktheiten. Es geht auch und v.a. darum, Stellung zu beziehen, sich aus der Masse hervorzutun, etwas zu wagen, aufzufallen, etwas besonderes zu tun oder darzustellen - und damit freilich auch streitbar bzw. angreifbar zu werden.

Vernünftig wäre es, das zu tun, was alle tun und nicht aufzufallen (Stichwort Herdentrieb). Vernünftig ist es, nach dem Studium gleich mit dem Arbeiten anzufangen und damit einen lückenlosen Lebenslauf zu haben. Aber ist das denn wirklich so? Wollen Personaler wirklich diesen astreinen Lebenslauf?

In einer Welt, in der alle gleich sind, geht es dann doch wieder um das Besondere, das Wagnis, das Anders-Sein. Zudem erscheint es ganz logisch: Wer nichts wagt und damit nicht "unvernünftig" ist, kann zwar nicht viel verlieren (zumindest weiss er nicht, was er verloren hat), er kann aber auch nicht viel gewinnen.

 Dennoch herrscht eine große Unsicherheit vor, was denn heutzutage vernünftig oder unvernünftig ist. Daher meine Frage an Sie: Was ist vernünftig? Was ist unvernünftig? Sind Sabbaticals wirklich unvernünftig? Kann ich mir das leisten? Soll ich mir das leisten? Was war denn in Ihrem Leben unvernünftig und dennoch oder gerade deshalb gut? Wovon zehren Sie noch heute, weil Sie (vorsicht pathetisch!) gelebt haben anstatt gelebt zu werden? Und welche großen unvernünftigen Visionen und Ziele stehen noch aus?

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Published by Michael Hübler - in Entscheidungsfindung
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