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  • : Blog von zeitbalancen.over-blog.de
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  • Michael Hübler
  • Trainer, Berater, Coach, Experte für emotionale Kompetenzen
  • Trainer, Berater, Coach, Experte für emotionale Kompetenzen
2. Mai 2011 1 02 /05 /Mai /2011 08:47

Seit etwa 2 Jahren ist es amtlich. Meditieren hilft gegen den Stress im Alltag.

Ganz ehrlich: Wenn Freunde und Bekannte von mir einige Zeit verschwanden, um in einem Kloster auf Burma oder sonstwo auf der Welt zu meditieren, konnte ich nicht umhin, dies als sehr kognitiv und zielorientiert ausgelegter Mensch immer ein wenig zu belächeln. Auf der einen Seite war da evtl. auch ein wenig Neid, da ich mir solche Selbsterfahrungstrips als Familienvater nicht mehr so einfach leisten kann. Auf der anderen Seite bekam ich allerdings auch häufig mit, dass das kulturelle Loch, in das meine Bekannten fielen, oft noch viel größer war als vor der Auszeit. Doch hier greifen glaube ich andere, meist sehr persönliche Geschichten.

Nun sind seit einigen Jahren die Neurowissenschaften als große Wahrheitslieferanten unterwegs. Und eine neue Erkenntnis besagt: Wenn wir meditieren, verändert sich unser Gehirn. U.a. wird während dem Meditieren unsere Amygdala (für Ängste und Wutausbrüche zuständig) beruhigt. Das allein ist noch keine große Erkenntnis. Doch unser Gehirn funktioniert wie ein großer Muskel, der stetig trainiert werden muss, damit er funktioniert. Und so wie das Areal für Daumenbewegungen bei Jugendlichen mittlerweile im Vergleich zu vor 10 Jahren doppelt so groß ist (der SMS-Muskel im Gehirn), so können auch andere Gehirnbereiche dauerhaft ausgebaut (aber natürlich auch abgebaut) werden.

D.h.: Wenn wir meditieren bzw. Ruhezustände trainieren, reagieren wir später auch in hektischen Situationen ruhiger und besonnener. So konnten neurowissenschaftliche Studien belegen, dass Menschen, die regelmäßig meditieren, auf Babygeschrei oder hektische Alltagssituationen wesentlich entspannter reagieren. Die Amygdala deutete das Geschrei eben nicht wie sonst als Angriff, der sofort pariert werden muss, sondern realisierte das Schreien oder eine reizüberflutende Marketingattacke als ganz normale Information, die folglich ebenso normal und in Ruhe verarbeitet werden konnte. Dass dies enorme Vorteile hat, z.B. für die Entscheidungsfindung, liegt auf der Hand.

So macht es mehr Sinn, vor einem Vortrag, einer Prüfung o.ä. anstatt ein Skript zum 100. mal durchzulesen früh ins Bett zu gehen, eine Runde spazieren zu gehen oder eine Stunde zu meditieren. Aber auch vor Konfliktsituationen mit Kollegen, dem Partner oder den Kindern ist es sinniger, sich mental und in Ruhe vorzubereiten. Neurobiologen sagen dann auch: die Amygdala wird gestreichelt oder auch: Wir bahnen die Nervenzellen, die in uns für Ruhe stehen.

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1. November 2010 1 01 /11 /November /2010 19:24

Den Tipp aus einem Kommentar möchte nochmals aufgreifen und weiter verbreiten. Gerade jetzt zur Zeitumstellung ist es doch spannend, sich solche Fragen zu stellen wie: Warum schlafen wir eigentlich? Mehr dazu unter: http://www.zeit.de/themen/wissen/zeitumstellung-und-schlaf/index

 

Zudem leben wir heutzutage oftmals mehr in digitalen statt in analogen Welten. Doch diese digitalen Welten kennen weder Anfang noch Übergang noch Ende - und somit auch keine Pausen. Digitale Welten kennen keine Haltbarkeitsdaten. Einmal dort platzierte Artikel oder Fotos bleiben auch dort. Ebenso reifen digitale Welten weniger wie analoge. Hier findet eher eine assoziative Aneinanderreihung von Themen und Ideen statt - durchaus fruchtbar, aber leider ohne Reifung. Apfelbäume funktionieren eben anders.

 

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3. Oktober 2010 7 03 /10 /Oktober /2010 10:55

Als Experte für die Themen Zeit und Entscheidungen beschäftige ich mit auch intensiv mit der Vernetzung dieser beiden Themen. Eine Verknüpfung besteht u.a. in der Betrachtung des Gegensatzpaares schnell und langsam. Meine These: Je wichtiger eine Entscheidung ist, desto langsamer sollten wir diese treffen. Dies heisst nicht, dass wir uns ewig Zeit lassen sollten, sondern vielmehr, dass es wichtig ist, inne zu halten und in sich zu gehen. Ein typischer Entscheidungsprozess kann folglich so aussehen:

  • Erst sammle ich 'schnell' alle mir verfügbaren Informationen, z.B. indem ich mit anderen Menschen spreche, Zeitung lese oder im Internet recherchiere.
  • Diese Informationen verarbeite ich anschließend 'langsam' für mich alleine und in Ruhe – z.B. indem ich eine Nacht darüber schlafe, joggen gehe, etc. – treffe meine Entscheidung und ...
  • setze diese Entscheidung am besten 'schnell' in die Tat um, damit mein psychisches Immunsystem greifen kann, noch bevor mich Reuegefühle an einer Umsetzung hindern.
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23. September 2010 4 23 /09 /September /2010 20:16

Mit dem folgenden Text wollte ich bei einem von Wikipedia ausgepreisten Schreibwettbewerb mitmachen. Doch dann hieß es: Serien sind leider nicht erlaubt. Also gut, bevor der Text auf meiner Festplatte verstaubt ... Und schließlich passt er ja auch zum Thema "Arbeiten und Pausen machen". So verbringe also ich meine Pausen:

 

Verliebt in "Six Feet Under"

Es ist schon seltsam. Amerika scheint in vieler Augen ein überaus oberflächliches Land zu sein. Doch die Serien, die dieses "große" Land in den letzten Jahren produziert hat sind ... wie soll ich sagen, ebenso groß-art-ig. Art-ig natürlich im Sinne von kunstvoll. Wenn wir an Serien aus den 70ern denken, Starsky & Hutch, Straßen von San Francisco, 3 Engel für Charlie und wie sie alle hießen, haben diese kaum etwas gemeinsam mit heutigen Serien wie Dexter, 24, Californication, Carnivale oder eben Six Feet Under. Diese Serien bestechen durch einen logischen Aufbau, der unserer Ex- und Hopp-Gesellschaft so seltsam – gerade in diesem schnellen Medium – zu widersprechen scheint. Es erscheint kaum möglich, einfach so mitten in Folge 6 einzusteigen und zu hoffen noch inhaltlich mitzukommen. Natürlich funktioniert auch dies im Ansatz, irgendwie. Doch wirklich, nein, so richtig funktionieren tut es nicht. Die heutigen Serien stehen dazu viel zu sehr in der Tradition von Serien wie Ausgerechnet Alaska oder v.a. Twin Peaks. Ich kann mir gut vorstellen, dass sich über alle Länder der Erde verteilt Fan-Gruppen bilden, um die genannten Serien kultähnlich zu verfolgen. Im Falle von Six Feet Under würde ich sogar sagen: Kniet nieder ein weint bittere Tränen. Zumindest geht es mir regelmäßig in den letzten 5 Minuten einer Folge so, dass ich kaum noch an mich halten kann, obwohl ich nun nicht unbedingt so nahe am Wasser gebaut habe.

Diese Serien, allen voran Six Feet Under, eine Serie über eine Familie mit einem Toten-Gräber-Unternehmen, lebt davon, dass die mitspielenden Charaktere reifen, leben, wachsen und gedeihen. Und jedesmal, wenn wir einschalten, kommen ein paar neue Facetten hinzu.

Zum Inhalt der Serie ansich gibt es wahrlich nicht viel zu sagen: Es wird gelebt, geliebt, geboren und natürlich – wie kann es anders sein – gestorben. Die Menschen trennen sich und gehen fremd. Sie finden wieder zueinander und trennen sich wieder. Einsame Frauen finden neue Männer, die auch nicht besser sind. Alte Menschen rauchen Marihuana. Sexbessene gehen in Therapie. Lehrer schlafen mit ihren Zöglingen. Homosexuelle Paare gehen gemeinsam in die Kirche und küssen sich anschließend in der Öffentlichkeit oder haben Sex in einer öffentlichen Toilette. Nebenbei erwähnt gibt es eine Studie, die besagt, dass Menschen nach dem Genuss von Six Feet Under wesentlich schwulenfreundlicher sind als zuvor (nachzulesen in Jens Förster: Kleine Einführung in das Schubladendenken). Und, ganz großartig – und das meine ich auch wirklich so: Charaktere, von denen man niemals denken würde, dass der Regisseur sie sterben ließe, begehen Selbstmord oder sterben an einem Hirnschlag. Wo andere Regisseure die Zuschauer schonen, gibt es hier keine Gnade. Six Feet Under bombardiert uns mit dem prallen Leben. Und all diese vor Leben sprühenden Aspekte menschlichen Daseins erscheinen so leichtfüßig choreografiert, dass man ihnen all das Unglaubwürdige und Unwahrscheinliche einfach abnimmt: So, und zwar genau so, ist das Leben. Nein! So will ich leben! Mit genau diesem Schmerz, dieser Liebe, dieser Trauer, dieser Wut und dieser Verrücktheit. Langeweile und Brotjob gehen anders.

Diese Serie fühlt sich lebendiger und intensiver an als das eigene Leben. Viele Serien erscheinen einer Flucht vor dem wirklichen Leben – ohne jedoch dieses Versprechen einzulösen. Nach dem Abspann bleibt ein schaler Geschmack übrig. Doch Six Feet Under ist unders(sic). Six Feet Under macht süchtig. Jetzt wo ich die letzte Folge gesehen habe, weiss ich, dass ich so etwas Großartiges in meinem ganzen Leben nicht mehr sehen werde.

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23. September 2010 4 23 /09 /September /2010 20:11

Das Linder-Axiom (nach Staffan B. Linder, 1970) besagt: Je mehr wir uns leisten können, und je mehr Wünsche wir haben, desto weniger Zeit bleibt dafür übrig. Zeit wird dadurch zum Gegenwert des Wohlstands. Im Detail bedeutet dies:

  • Anschaffungen kosten Geld, Lagerung kostet Raum, Besitz kostet Pflege (auch Abstauben), Schränke, Reparaturen.

  • Einkaufen kostet Zeit, Suche nach den Dingen kostet teils mehr Zeit, als einfach neu zu kaufen.

  • Alte Dinge halten und in der Vergangenheit fest. 

 

Auf den Punkt gebracht: Je besser es uns geht, desto mehr Dinge besitzen wir, die wir pflegen müssen, desto weniger Zeit haben wir für andere Dinge wie z.B. Beziehungspflege(!).

Während der Zeit, all die schönen Computer und Küchengeräte zu warten und zu putzen, benötigen wir zudem mittlerweile wesentlich mehr Zeit zum Einkaufen als früher, da die kleinen Supermärkte um die Ecke nicht mehr da sind. Es heisst also: Wie gewonnen so zeronnen.

 

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23. September 2010 4 23 /09 /September /2010 13:18

Fairerweise muss auch erwähnt werden, dass ein Zu-Langsam-Sein ebenso gefährlich sein kann wie ein zu schnell sein. Ich kann mich noch gut an ein Interview mit Peter Ustinov bei Harald Schmidt erinnern. Ustinov erzählte, dass er auf der Hinfahrt von der Polizei angehalten wurde und einen Strafzettel bekam. Der Grund: Er war zu langsam. Auch das kann den Fluss bzw. ein bestehendes Nash-Gleichgewicht empfindlich stören.

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23. September 2010 4 23 /09 /September /2010 13:16

Nash-Gleichgewichte
Vieles in unserem Leben läuft sehr schnell ab. Wir scheinen geradezu eine Lust daran gewonnen zu haben, "Tätigkeiten" im weitesten Sinne sehr schnell zu vollführen.
Beispiel Autofahren. Neulich saß ich als Beifahrer in einem Fahrzeug, das 200 km/h in der Spitze fuhr. Durch Österreich hindurch gingen nur maximal 130 km/h. Als Beifahrer empfand ich diese Geschwindigkeit als normal. Ich fühlte mich wohl und ließ mich durch die Welt kutschieren. Doch sobald wir die Grenze nach Deutschland überquerten, schnellte die Nadel auf 160 – 180 – 200 hoch, noch dazu auf einer größtenteils zweispurigen Fahrbahn. 160 empfand ich noch als einigermaßen angenehm. Dach spätestens bei 180 fing ich an, mich dauerhaft festzuhalten. Da ich kein religiöser Mensch bin, fing ich nicht an zu beten, nicht einmal ein kurzes Stoßgebet. Doch geheuer war mir das ganze nicht. Dazu muss man sagen, dass ich selbst bisher maximal 170 km/h gefahren bin und i.d.R. mit 120-130 km/h durch die Gegend tuckere.
Ich kam in diesen 3 Stunden zu der Einsicht, dass der Mensch nicht geschaffen ist für solch schnelle Geschwindigkeiten. Die meisten Fahrzeuge fahren in etwa 130 km/h. Dadurch befinden sie sich alle zusammen in einem Gleichgewicht, einer Art Autobahn-Flow, vielleicht sogar einem sogenannten Nash-Gleichgewicht (siehe auch hier oder hier). Ein Nash-Gleichgewicht besteht dann, wenn es bestimmte Regeln für einen gemeinsamen Ablauf mit mehreren Beteiligten gibt, die zu brechen eine Risiko für alle beinhaltet. Rechts-vor-Links ist so ein typisches Regelwerk. Und die Geschwindigkeit auf Autobahnen wird m.E. ebenso durch ein Nash-Gleichgewicht geregelt. Auf der rechten Fahrspur ist dies in der Regel irgendetwas zwischen 80 und 100 km/h. Auf der linken Spur hängt das Gleichgewicht, d.h. die Geschwindigkeit, auf der sich die meisten einpendeln, von den den Rahmenbedingungen ab: 2- oder 3-spurig sowie die vorgegebene Geschwindigkeit. Bei einer vorgegebenen Geschwindigkeit orientieren sich die meisten Autofahrer an der Regel maximal 20 km/h schneller zu fahren. Bei einer Geschwindigkeitsbegrenzung von 100 km/h macht dies typischerweise 110 km/h. Ohne Geschwindigkeitsbegrenzung ergibt sich für eine 2-spurige Autobahn meist eine Gleichgewicht von etwa 130 km/h – für die linke Spur einer 3-spurigen Autobahn freilich ein wenig mehr. Dennoch bleibt das Prinzip dieses Gleichgewichts unabhängig von den Rahmenbedingungen erhalten.
Zu Thema Schnelligkeit auf Autobahnen findet sich im Netz eine Menge Material aus Polizeitberichten, z.B. hier.
Fazit: Etwa die Hälfte aller Unfälle (zumindest im Saarland, aber das wird anderswo ähnlich sein) ist auf die Geschwindigkeit, zu dicht auffahren, Kolonnen-Springen, überholen o.ä. zurückzuführen. Alkohol und Drogen zusammen machen gerade mal lächerliche 7,4% aus. Das persönliche Fazit überlasse ich jedem selbst;). Das sind ledigich die Fakten.
Ergänzen möchte ich lediglich folgendes: 1973 wurde in Österreich ein Tempolimit von 100 km/h für Bundesstraßen, 1974 ein Tempolimit von 130 km/h für Autobahnen eingeführt. Daraufhin ging die Anzahl der Todesfälle um über 30% zurück. Die Österreicher haben es durch dieses Limit offensichtlich geschafft, eine Gleichgewicht vorzugeben, das das Autofahren auf Autobahnen sicherer macht. Ich weiss auch von anderen Ländern, in denen es solche Beschränkungen gibt (Frankreich, Ungarn, ...). Sind wir Deutschen so autovernarrt, dass 200 km/h sein müssen?
Doch noch einmal zurück zur Überschrift: Schnell - Langsam. Zum überholen müssen wir schneller machen, doch dann könnten wir uns wieder ein einem Gleichgewicht einpendeln. In welchen Zusammenhängen kennen Sie noch solche Gleichgewichte?

 

Kommentare: Charmant [Besucher]

Ich kann bestätigen, dass meine Wohlfühl-Autobahngeschwindigkeit so bei ca. 140 Sachen liegt.
Das schnelle Rasen stress mich.
Um nicht rasen zu müssen, muss ich Zeit einplanen - was wohl zu deinem Thema gehört. Das Zeitmanagement und das Bewusstsein was ich von der Zeit, die ich gerade bewusst (dann langsam, z.B. wenn ich warten "muss") oder unbewusst (dann schnell, wenn ich z.B. so mit Input überhäuft werde, dass ich mich selbst nicht mehr wahrnehmen kann) er-lebe.
Ob es dann auch etwas mit Lebensqualität zu tun hat?
ZUFRIEDENHEIT IST KEINE FRAGE DES ORTES. Ich könnte dies auch erweitern - der Zeit.

 

Hallo Charmant,

ein schöner Satz: Zufriedenheit ist keine Frage des Ortes, sondern der Zeit (wenn ich es richtig verstanden habe). Damit ließe sich auch sagen: Zufriedenheit will geplant sein. Denn wenn ich in Zeitdruck komme, habe ich immer das gefühl rasen zu müssen. Doch mal ehrlich: Wieviel schneller kommen wir an, wenn wir rasen? Ich bin relativ häufig in der Stadt als Fußgänger unterwegs und beobachte beinahe 2x pro Woche einen Autounfall. Die Zeit, die das dann kostet würde ich mir jedenfalls gerne sparen.

mh

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23. September 2010 4 23 /09 /September /2010 13:14

Zeitbalancen, was ist das?

Vielen von uns betrachten die Zeit eher als einen Feind anstatt eines Freundes. Vor allem wenn Sie arbeiten gehen, Kinder haben, älter werden. An manchen Tagen scheint die Zeit geradezu zu rennen. Nicht schön, wenn ich in den Spiegel blicke und mir dabei zuschaue, wie mir gleichzeitig die Haare ausgehen und schon im Waschbecken die Farbe von schwarz nach grau wechseln.
Sie sagen sich: "Zeit ist Geld." Oder auch: "Zeit ist Leben." Und meinen dabei: Wenn ich nicht aufpasse, rinnt meine Zeit nur so zwischen den Händen hindurch und schwuppdiwupp ist sie dahin. Auf Nimmerwiedersehen. Nichts kann sie zurückbringen. Und vielleicht hat sie noch einen Beutel mit Geld dabei, den wir auch nicht mehr wiedersehen werden. Und natürlich ist Zeit auch Geld. Denn ein Huhn, das länger gemästet wird, bringt schließlich ein besseres Fleisch auf die Rippen (haben die sowas überhaupt). Und dies muss ich an der Theke auch bezahlen, claro. Dass uns mittlerweile durch das viele Billigfleisch vollkommen der Realitätssinn für Preise fehlt ist eine ganz andere Geschichte, die nicht hierher gehört. Oder doch?
An anderen Tagen scheint die Zeit stillzustehen. Auch das ist meist nicht besonders angenehm. Wir beobachten, wie so gar nichts um uns herum (und wichtiger noch: in uns drin) passiert. Langeweile macht sich breit. Und heisst es nicht treffend:"Müßiggang ist aller Laster Anfang?"
Doch muss das so sein? Muss die Zeit als Feind gesehen werden? Natürlich eine rhetorische Frage.
An dieser Stelle fällt mir noch ein anderer Spruch ein: "Die Zeit heilt alle Wunden" oder in der Abwandlung von "Wir sind Helden": "Die Zeit heilt alle Wunder". Auch schön. Kann man mal drüber nachdenken. Man muss nicht. Aber man kann.
Oder:"Abwarten und Tee trinken", "Wer langsam fährt kommt auch ans Ziel" usw. usf.
Und nun endlich zu den Zeitbalancen. Zeitbalancen sind Gegensatzpaare, die mit der Zeit zu tun haben und unser tägliches Leben bestimmen. Zeit ist mal schnell und mal langsam. Zeit besteht aus Aktivitäten und Pausen. Sie besteht aus der Spannung, die Sie durch die Ausübung neuer Tätigkeiten empfinden und sie besteht aus Sicherheiten durch die Routinen altgewohnter Abläufe. Manche Abläufe geschehen parallel – andere nacheinander. Auch dies beeinflusst unser Empfinden für die Zeit – macht uns bisweilen hektisch oder auch geordnet. Zeitliche Abläufe bestehen aus verschiedenen Abschnitten, immer. Diese haben immer einen Anfang und ein Ende. Hinzu kommen noch mindestens einen, meistens mehrere Übergänge. Man könnte auch sagen Meilensteine.
Um diese Gegensätze, die Erfahrungen damit und wie wir alle mit diesen Polen (Nein, nicht mit den von Frau Steinbach so hochgeschätzten Nachbarn!) umgehen, geht es in diesem Blog.

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